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Christentum Wikipedia the free encyclopedia
Das Christentum (auch Christenheit genannt) ist mit etwa
2,0 Milliarden Anhängern vor dem
Islam (ca.
1,2 Milliarden) und dem
Hinduismus (ca. 900 Millionen) die größte
Religion
der Erde und eine der fünf
Weltreligionen.
Der Begriff Christentum (v.
griech. christianismós) wird erstmals in einem Brief des
syrischen
Bischofs
Ignatius von Antiochia erwähnt. Die Anhänger des Christentums nennen
sich selbst Christen, nach
Jesus Christus. Die
Apostelgeschichte erzählt, dass die Nachfolger Christi den Namen
Christen zuerst von den Ungläubigen der syrischen Stadt
Antiochia
erhielten, in welche sie nach den ersten Verfolgungen in
Palästina geflohen waren.
Das Christentum ist eine
monotheistische, gestiftete und
missionierende Religion. Ihre Wurzeln liegen im
Judentum
des zweiten Tempels, in
Palästina, zur Zeit der
römischen
Herrschaft vor circa 2.000 Jahren. Das Christentum geht zurück auf die
Anhänger eines jüdischen Wanderpredigers namens
Jesus von Nazaret. Jesus wird von den Christen als der
Christus
(der Gesalbte), also der jüdische
Messias,
verehrt sowie als der Mensch gewordene
Sohn
Gottes.
Der Kern der christlichen Religion rührt nach ihrem Selbstverständnis aus
einer Zuwendung Gottes an den Menschen. In dieser Zuwendung, bei der sich
Gott offenbart bzw. sich selbst erschließt, wird die Beziehung
Mensch-Welt-Gott geklärt. Wie alle Religionen mit Exklusivitätsanspruch
versteht sich das Christentum selbst entweder als der alleinige Ort,
an dem sich Gott den Menschen zugewandt hat oder zumindest als der Ort, an
dem er dies in angemessenster, geklärtester und unüberholbarer Weise
getan hat. Nach der ersten Position werden alle anderen Religionen als
unzulässige und unmögliche Versuche des Menschen angesehen, mit seinen
Anstrengungen und „Werken“ Gott, oder das, was er dafür hält, zu gefallen
und sich ihm zu nahen; die andere sieht diese Versuche als unzureichend
geklärte an. Diese Klärung, die in Gottes Offenbarung geschieht, ist jedoch
für beide dieser Positionen ein Geschenk (Gnade)
Gottes, kein aktives Tun des Menschen.
Mehrheitlich herrscht im Christentum der Glaube vor, dass Gott sich in
Jesus Christus der sündigen Menschheit zugewandt hat. Der Tod Jesu Christi
am
Kreuz wird dabei als dienende Erlösertat Gottes angesehen. In Jesus sei
somit die
Schuld und
Sünde der gesamten Menschheit aufgehoben. Als Initialzündung des
christlichen Glaubens gilt die Erschließung dieser Gewissheit an
Ostern, dem
dritten Tag nach Jesu Kreuzigung, an dem Gott an Jesus die
Auferstehung bzw. Auferweckung als erstem von allen Menschen gewirkt und
somit die Botschaft dieses Jesus von Nazareth bestätigt haben soll. Durch
diesen Oster- bzw. Auferstehungsglauben entstand die christliche
Gemeinschaft („Kirche“).
Ein weiteres Kennzeichen des Christentums ist das Bekennen von Jesus von
Nazareth als „Christus“, „Sohn Gottes“ etc. (Hoheitstitel). Diesen Glauben
versuchte man, zusammen mit der Erinnerung an Jesus von Nazareth als dem
Initiator der Gemeinschaft und dem Glauben an Jesus Christus, als dem
Verkünder der Botschaft Gottes, im historisch gewachsenen und in mehreren
Konsensbewegungen festgelegten
neutestamentlichen
Kanon
authentisch festzuhalten und zu bewahren (Weiterführendes siehe
„Christliche Lehre“).
Andere Konfessionen
Verschiedene andere Konfessionen, für die Jesus Christus ebenfalls
eine zentrale Figur ist, sehen sich weder in der orthodoxen,
katholischen noch in der evangelischen Tradition. Gruppen die sich
selbst so einordnen, sind beispielsweise die
Quäker,
die
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“)
die
Freien Bibelforscher, die
Vereinigungskirche und die
Zeugen Jehovas. Diese
Neureligiösen Gemeinschaften haben in der Regel sehr spezielle
Auslegungen oder Strukturen, welche für Außenstehende oft nur schwer
nachvollziehbar sind. Beispielsweise haben sie Ansichten über
Dreieinigkeit, die nicht mit den ökumenischen Konzilen
übereinstimmen oder gleichwertige Schriften neben der Bibel. Solche
Gruppen haben oft die (allerdings unterschiedlich stark ausgeprägte)
Tendenz, ihre eigene Sicht des Christentums absolut zu setzen und allen
anderen Traditionen das Christsein abzusprechen oder intern
undemokratische Strukturen zu etablieren. Die
Unitarier bezeichnen sich als Grenzchristen (borderline Christians),
da Jesus Christus keine zentrale Rolle in ihrem Glaubenssystem spielt.
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